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Das neue Info „Kuckuck“ Nr. 160 vom 8. November 2021 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
- Tarifabschluss für den Groß- und
Außenhandel/Verlage in Hessen: Diskriminierungsfrei!
- Ruhestand für einen emsigen Gewerkschafter: Bernhard
Schiederig
-
Primark Mode Ltd. & Co. KG in
Weiterstadt: Betriebsvereinbarung Google?
-
Primark Mode Ltd. & Co. KG in
Weiterstadt: Ungesunde Befristung
-
Bofrost Vertriebs XLVI GmbH & Co. KG
in Darmstadt: Ausgeliefert
- H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG: Mitbestimmung freiwillig aufgeben?
Tarifabschluss für den Groß- und Außenhandel/Verlage in Hessen
„Ein akzeptables Ergebnis nach langwierigen Verhandlungen“
Frankfurt, 29. Oktober 2021. „Der Tarifabschluss für die Schwesterbranche des hessischen Einzel- und Versandhandels vom 29. September hat offenbar auch den Großhändlern vor Augen geführt, dass ihre beharrliche Verweigerung einer deutlichen Steigerung der Entgelte sich sowohl wirtschaftlich als auch betrieblich eher kontraproduktiv auswirkt. Heute konnten wir nach langwierigen Verhandlungen ein akzeptables Ergebnis vereinbaren“, erklärt Bernhard Schiederig, Verhandlungsführer der ver.di Hessen für den hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage: „Mit einer Erhöhung der Gehälter und Löhne um 3,0 Prozent ab 1. Oktober 2021, also fünf so genannten Nullmonaten ohne Erhöhungsbetrag, und 1,7 Prozent ab 1. Mai nächsten Jahres können die Beschäftigten der Branche zwar keine ‚Luftsprünge‘ machen, aber sie erhalten einen spürbaren Ausgleich der anwachsenden Inflationsrate. Die Ausbildungsvergütungen steigen in jedem Lehrjahr zum 1. September 2021 um 30 Euro und zum 1. Mai 2022 um weitere 20 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit vom 1. Mai 2021 bis 30. April 2023. Darüber hinaus konnten wir mit den Arbeitgebern die seit vielen Jahren umstrittenen rechtswidrigen ‚Altersstaffeln‘ bei den Gehältern abschaffen. Dadurch wird jüngeren Beschäftigten der Einstieg ins Berufsleben finanziell erleichtert. Je nach Beruf und entsprechender Gehaltsstufe erhalten sie künftig monatlich brutto zwischen 119 und 511 Euro mehr, weil sie bei der Einstellung sofort in die früher höchste, nun alleinige Entgeltstufe eingruppiert werden müssen. Damit ist jede Altersdiskriminierung in den Tarifverträgen des Groß- und Außenhandels/Verlage in Hessen beseitigt. Diesem Resultat ging eine jahrelange zähe Auseinandersetzung sowie eine gerichtliche Bestätigung der Rechtsauffassung von ver.di voraus. Das ist jetzt Vergangenheit.“
25. Oktober 2021. In mehreren Bundesländern haben seit Beginn der Tarifrunde für den Einzel- und Versandhandel tausende Streikende standhaft gekämpft. Und kämpfen lohnt sich! Auch bei Esprit haben sich schon zahlreiche Kolleginnen und Kollegen solidarisch an den Tarifaktionen für mehr Lohn und Gehalt, aber auch für Respekt und Wertschätzung beteiligt, nachdem die Geschäftsführung im vergangenen Jahr den Anerkennungstarifvertrag gekündigt hatte.
Dank des hartnäckigen Kampfes konnten wir nun schon in Hessen, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen/Bremen, Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein, im Saarland und in Bayern Tarifabschlüsse in Höhe von 3 Prozent für dieses Jahr und 1,7 Prozent für das nächste Jahr abschließen. Es ist der Erfolg der Streikenden aus allen Betrieben des Einzel- und Versandhandels. Vielen Dank an alle Beschäftigten, die dieses Ergebnis durch ihren mutigen Einsatz möglich gemacht haben!
Am 19. Oktober haben wir die Verhandlungen mit Esprit fortgesetzt. Dabei geht es für uns um einen Anerkennungstarifvertrag sowie einen »Tarifvertrag Digitalisierung, Omnichannel, Qualifizierung« (TV DOQ). Esprit macht den Abschluss dieser beiden Tarifverträge von einem Sanierungstarifvertrag / Zukunftstarifvertrag abhängig.
Bei den Verhandlungen über diese Tarifverträge am 19. Oktober, die per Videokonferenz stattfanden, wurden auch die Tarifabschlüsse in den Bundesländern thematisiert. Wir haben den Arbeitgeber aufgefordert, die Tariferhöhung von 3% an unsere Esprit-Kolleg*innen weiterzugegeben. Denn für ein erfolgreiches Unternehmen sind motivierte Beschäftigte unverzichtbar. Doch Esprit lehnte das ab.
Auch bei dieser Verhandlungsrunde war die Geschäftsführung von Esprit nur bedingt aussagefähig. Sie ist weiterhin nicht in der Lage, unserer Bundestarifkommission (BTK) ein zukunftsfähiges Unternehmenskonzept vorzulegen, bei dem die Filialstandorte sowie die Outlets weiter ausgebaut und modernisiert werden. Da die Geschäftsführung nichts Konkretes vorlegen konnte, wurden die Verhandlungen auf den 19. November 2021 vertagt.
Die Mitglieder der Bundestarifkommission fordern neben dem Anerkennungstarifvertrag den TV DOQ. Er soll die Einbeziehung der Beschäftigten bei der Einführung von technischen Systemen und bei der Digitalisierung von Arbeitsabläufen regeln. Außerdem soll der Tarifvertrag die Beteiligung der Beschäftigten an Konzeption und Bewertung der Umstrukturierung sowie der notwendigen Qualifizierung festlegen.
Zudem fordert die Bundestarifkommission vom Unternehmen Esprit, verbindliche Investitionszusagen für die aktuell 59 Filialstandorte und drei Outlets zu machen und eine qualifizierte Beschäftigungs- und Standortsicherung tarifvertraglich zu garantieren. Außerdem soll der Arbeitgeber zusichern, Unternehmensbereiche und Filialen nicht auszugliedern und sie nicht an Franchisenehmer zu übergeben.
Eure Solidarität und eure Kampfbereitschaft für eine Anerkennung eurer Arbeit ist eure Stärke und euer gutes Recht.
Redet miteinander, organisiert euch und macht mit in eurer Gewerkschaft – werdet Mitglied in ver.di! Jetzt!
Das neue Info "Kuckuck" Nr. 159 vom 4. Oktober 2021 für Betriebsräte und Beschäftige im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
- Streik- und Aktionstag vor der Douglas-Zentrale in Düsseldorf: „Zahlt uns Tarif und zwar für alle!“
- Verkaufsoffener Sonntag in Heppenheim abgesagt: Nur schlechte Verlierer?
presse.mitteilung
ver.di hessen
Tarifabschluss
bei 6. Tarifverhandlung
für den
Einzel- und Versandhandel in Hessen
3,0 Prozent
plus 1,7 Prozent für 2 Jahre
Weiter keine
angemessene Tariferhöhung im hessischen Großhandel -
Streik im REWE Logistikzentrum RED 63 in Neu-Isenburg
Frankfurt,
29. September 2021. Der
Fachbereich Handel der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft das
REWE Logistikzentrum RED 63 in Neu-Isenburg morgen, Donnerstag, 30. September
2021 zum Streik auf.
Nach der 4.
Verhandlung in der diesjährigen Tarifrunde im hessischen Groß- und Außenhandel
vergangenen Freitag bleibt das Angebot der Arbeitgeber weit von den Forderungen
der hessischen Tarifkommission entfernt. Die Arbeitgeber boten am Freitag
lediglich eine Erhöhung der Löhne und Gehälter nach sieben Nullmonaten um 2,0
Prozent zum 1. Dezember 2021 und um 2,0 Prozent zum 1. August 2022 bei einer
Laufzeit bis zum 30. April 2023 an. Eine bislang seitens der Arbeitgeber
geforderte Unterscheidung in Unternehmen, die „gut“ durch die Corona-Pandemie
gekommen sind, und in solche Unternehmen, die dagegen „schlecht“ durch die
Corona-Pandemie gekommen sind und die deshalb erst zu einem deutlich späteren
Zeitpunkt eine Tariferhöhung erhalten sollten, ist offenbar vom Tisch. Dabei
hatten die Arbeitgeber die Parameter für eine solche Unterscheidung, die die
Gewerkschaft ver.di grundsätzlich ablehnte, nie formuliert.
Bei einer
prognostizierten und sich abzeichnenden Teuerungsrate im Jahr 2021 von über 4
Prozent würde die Kaufkraft der Nettolöhne und Nettogehälter sinken. Denn für
das erste Tarifjahr (Mai 2021 bis April 2022) betrüge ein Abschluss auf dem
Niveau des Arbeitgeberangebots eine tatsächliche Erhöhung von 0,8 Prozent für
das gesamte Tarifjahr. Im zweiten Tarifjahr betrüge die wirkliche Steigerung
1,5 Prozent.
Um den Druck
auf die Arbeitgeber zu erhöhen, hatte die Gewerkschaft ver.di bereits am
Donnerstag, den 23. September 2021 im Rhein-Main-Gebiet die Frankfurter
Niederlassung des Pharma-Großhändlers Alliance Healthcare Deutschland GmbH im
Frankfurter Stadtteil Rödelheim zum zweiten Mal in dieser Tarifrunde bestreikt.
An der erfolgreichen Arbeitsniederlegung beteiligten sich etwa 50 Beschäftigte.
Nur wenige Aufträge konnten an diesem Tag die Niederlassung in Richtung der
Apotheken verlassen.
Es folgt nun
morgen ein Streik im REWE Logistikzentrum RED 63 in Neu-Isenburg, welches
tariflich auch dem hessischen Groß- und Außenhandel angehört. Auch dieser
Betrieb wird damit in der laufenden Tarifrunde zum zweiten Mal bestreikt. Die
Gewerkschaft ver.di rechnet in den beiden Schichten mit einer zusammen ähnlich
hohen Streikbeteiligung wie in der AHD-Filiale in Frankfurt-Rödelheim.
Tarifforderungen
der ver.di für den hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage:
presse.mitteilung
ver.di hessen
4. Tarifverhandlung für Groß- und Außenhandel/Verlage in Hessen am 24. September
Kommt in Hessen ein „sittenwidriges“ Angebot wie in Baden-Württemberg?
Frankfurt, 23. September 2021. „Wie im Einzel- und Versandhandel zeichneten sich die hessischen Arbeitgeber des Groß- und Außenhandels/Verlage bisher durch eine tarifpolitische Unselbständigkeit und eine realitätsferne Beurteilung der wirtschaftlichen Lage in der Branche aus. Deshalb erwarten wir am Freitag keinen ‚Sonderweg‘ für Hessen, aber hoffentlich auch kein den übrigen Bundesländern eins zu eins angepasstes Angebot für die Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage: „Zuletzt zeigten die Arbeitgeber am Montag in Baden-Württemberg, was sie in dieser Tarifrunde beabsichtigen: eine offensive Reallohnsenkung für die Beschäftigten durchzusetzen. Bei einer aktuellen Inflationsrate von etwa 4 Prozent und einer prognostizierten Preissteigerung von bis zu 5 Prozent kann ein Angebot für dieses Jahr von 2 Prozent bei 7 Nullmonaten ohne jeglichen Erhöhungsbetrag von uns nur als ‚sittenwidrig‘ bezeichnet werden. Denn bei den Beschäftigten kämen davon real lediglich 0,8 Prozent an. Allein die Differenz zur durchschnittlichen Preissteigerung läge folglich bei über 3 Prozent. Wer solche ‚Angebote‘ vorlegt, der will offensichtlich die Beschäftigten nicht nur materiell schädigen, sondern sie dabei auch noch demütigen. Wenn’s so auch in Hessen laufen sollte, sind wir mit den Arbeitgebern schnell fertig, weil es nichts zu verhandeln gibt.“
Tarifforderungen
der ver.di für den
hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage:
Das neue Info „Kuckuck“ Nr. 158 vom 20. September 2021 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
- - Tarifverhandlung für den hessischen Einzel- und Versandhandel am 15. September: Dreifachabsahner?
- - Parfümerie Douglas Deutschland GmbH will tarifflüchtig bleiben: Ein Prozent mehr Geld statt hundert Prozent Tarif?
- - Auflagen gegen freies Demonstrieren von Streikenden: Behördeneifer oder -schikane?
- - Heppenheim provoziert Klage gegen verkaufsoffenen
Sonntag: Kein Freibrief durch Vorstoß der Händler
presse.mitteilung
ver.di hessen
Streik- und Aktionstag im
hessischen Einzel- und Versandhandel vor REWE
„REWE muss sich endlich der sozialen Verantwortung für die gesamte Branche stellen!“
Frankfurt/Main,
17. September 2021 – „Wer wie REWE nicht nur zu den Einflussreichsten des
unternehmerischen Handelsverbandes Hessen gehört, sondern auch in den
Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und
Hessen die Verhandlungsführung übernommen hat, der muss sich endlich auch der
sozialen Verantwortung für die gesamte Branche stellen“, erklärt Bernhard
Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und
Verhandlungsführer für den hessischen Einzel- und Versandhandel: „Das
Unternehmen gehört wie andere Lebensmittelhändler zu den in der Corona-Krise
doppelt mit horrenden Gewinnen ‚gesegneten‘ Unternehmen. Zum einen stiegen die Umsätze
in den letzten 18 Monaten sprunghaft in eine beachtliche zweistellige Höhe.
Darüber hinaus verdienen die gleichen Händler aktuell und wohl dauerhaft an der
von ihnen maßgeblich mitinitiierten und gezielt betriebenen Preissteigerung von
derzeit fast vier Prozent. Wenn die Unternehmensvertreter des
Lebensmittelhandels bei Tarifverhandlungen dann die ‚Tränendrüse‘ der angeblich
‚Notleideden‘ drücken, um eine dritte Besserstellung am Markt durch möglichst
niedrige Lohnerhöhung durchzusetzen, dann hört der gute Geschmack auf. Bei
solchen profitträchtigen Umsatz- und Preissteigerungen dürfen die Beschäftigten
nicht bloß abgespeist werden. Dabei hat REWE/Penny in Hessen den ‚Hut‘ auf und
deren Geschäftsführung eine erhöhte sozial- und tarifpolitische Verantwortung.“
Für Montag,
den 20. September 2021, ruft ver.di Hessen die Beschäftigten des Einzel-
und Versandhandels zu weiteren Streiks und zu einer öffentlichen Demonstration
vor der hessischen REWE-Zentrale in Rosbach v.d.H., Raiffeisenstraße 5-9,
auf. Dies soll auch als ein Signal für die am 21. September in
Nordrhein-Westfalen fortgesetzten Tarifverhandlungen verstanden werden:
-
10.30
Uhr
Anreise der Streikenden nach Rosbach zur REWE-Zentrale
-
10.45
Uhr
Demonstration zum Sitz der REWE-Geschäftsführung im
„Weißen Haus“, Raiffeisenstraße 5a
-
11.00
Uhr
Kundgebung der Streikenden (bis maximal 12.00 Uhr)