ver.di Fachbereich Handel Hessen - Wilhelm-

Montag, 21. März 2022

Kuckuck Nr. 164 - ver.di-Liste tritt bei Betriebsratswahl der Rewe Markt GmbH Region Mitte Logistik und Verwaltung an

 



Das neue
Info "Kuckuck" Nr. 164 vom 21. März 2022 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
 
- Betriebsratswahl bei der Rewe Markt GmbH Region Mitte Logistik und Verwaltung: ver.di-Liste tritt an!
 
- Kündigung eines Betriebsrats beim Globus-Baumarkt in Rüsselsheim: "Gut gebrüllt, Löwe"?
 
- Streiks bei der Parfümerie Douglas, Esprit und H&M in Hessen - 1. Teil: Internationaler Frauentag & mehr
 
- Allgemeinverfügungen der hessischen Regierungspräsidien: Zusätzliche Sonntagsarbeit und 12-Stunden-Schichten widerrufen
 
- Streiks bei der Parfümerie Douglas, Esprit und H&M in Hessen - 2. Teil: Finde den Fehler



Mittwoch, 9. März 2022

Warnstreiks bei Esprit, H&M und der Parfümerie Douglas in Hessen - „Soziale Sicherheit gibt es nicht geschenkt!“

presse.mitteilung
ver.di hessen 

Warnstreiks bei Esprit, H&M und der Parfümerie Douglas in Hessen

„Soziale Sicherheit gibt es nicht geschenkt!“

Frankfurt, 9. März 2022.  „Die Arbeit im Einzelhandel ist schon sehr lange nicht nur geprägt von nicht auskömmlicher Teilzeitarbeit, Hektik, Stress und hoher Leistung, sondern aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend auch von Arbeitsverdichtung und Personalabbau“, erklärt Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di in Hessen: „Wer hier eine berufliche Zukunft anstrebt, muss sich dauerhaft auf eine enorme physische und psychische Belastung einstellen, die gleichzeitig nicht wirklich den Anforderungen gerecht entlohnt wird. Davon betroffen sind überwiegend Frauen, die im Verkauf bis zu 90 Prozent der Arbeitskräfte stellen. Wenn dann die Arbeitsbedingungen in wachsendem Maß nicht mehr von tarifvertraglichen Regelungen bestimmt, sondern ‚frei Schnauze‘ vorgegeben werden, dann sind die Beschäftigten zum Kampf herausgefordert. In den nächsten Tagen setzen sie hierzu auch in einigen hessischen Unternehmen ein Zeichen. Denn die Kolleg*innen wissen: Soziale Sicherheit gibt es nicht geschenkt!“

Wie beispielsweise in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen streiken Beschäftigte der Filialen von 

- Esprit im Main-Taunus-Zentrum/Sulzbach;

H&M Hennes & Mauritz in Darmstadt, Frankfurt-Nordwestzentrum, Frankfurt-Konstablerwache, Viernheim, Weiterstadt und Wiesbaden;

Parfümerie Douglas in Hanau, Main-Taunus-Zentrum/Sulzbach, Offenbach und Wetzlar. 

Bei Esprit und H&M fordert ver.di den Abschluss eines Digitalisierungs-Tarifvertrages zum Schutz des Personals vor Arbeitsverdichtung und Rationalisierung, aber auch zu einer gezielten, den neuen technischen Anforderungen entsprechenden Qualifizierung. Bei der Parfümerie Douglas und Esprit geht es um die Anerkennung der Branchentarifverträge des Einzelhandels, weil eine untertarifliche Bezahlung die Beschäftigten gerade angesichts der rasant steigenden Preise in finanzielle Bedrängnis bringt.

Montag, 7. März 2022

Equal Pay Day am 07.03. - Internationaler Frauentag am 08.03. - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

 


Ein Flugblatt zur AVE aus Anlass des Equal Pay Day am Montag und des Internationalen Frauentags am Dienstag.

PDF (Hier drücken!) 

Ein Hinweis zu der im Text erwähnten Erhebung. Es handelt sich um eine im vergangenen Jahr von der Plattform Gehalt.de und der Comdirect-Initiative "Finanz-Heldinnen" auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes veröffentlichten Studie. Einen Bericht dazu findet Ihr z.B. in der Lebensmittelzeitung: https://www.lebensmittelzeitung.net/handel/karriere/Gehaltsluecke-Im-Supermarkt-ist-der-Verdienstunterschied-fuer-Maenner-und-Frauen-am-groessten--151289


Freitag, 25. Februar 2022

Wir stehen an der Seite der Ukraine



Berlin, 25.2.22 – Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke ruft zur Solidarität mit der Ukraine auf: „Der russische Präsident hat das Unfassbare Realität werden lassen: Mit Raketenbeschuss und Truppeneinmärschen in die Ukraine hat Russland auf eklatante Weise Völkerrecht gebrochen und einen Krieg in Europa begonnen. Russland muss die militärische Gewaltanwendung umgehend einstellen und die Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine wieder zurücknehmen. Jegliche weitere militärische Eskalation muss unbedingt verhindert und alle Kanäle für eine friedliche Konfliktbeilegung genutzt werden. Den Menschen in der Ukraine, deren Leben jetzt bedroht ist, gehört unsere Solidarität. Wir stehen an ihrer Seite – an der Seite für Frieden und Freiheit in Europa und in der ganzen Welt. Wir sind in tiefer Sorge über das Leid, die Gewalt und den Tod, die dieser Angriff über die Menschen bringt. Europa muss ihnen umfassende humanitäre Hilfe leisten und Schutz anbieten – für den Fall von Fluchtbewegungen müssen die Grenzen offen bleiben. Wir brauchen ein Europa der Solidarität, der Verständigung und der Abrüstung.


Internationale Solidarität der Gewerkschaften

Auch die Internationale der Öffentlichen Dienste (PSI) und der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD) verurteilen den Angriff Russlands auf die Ukraine: „Heute Morgen hat die russische Armee die Ukraine angegriffen. Wir verurteilen diese Verletzung der Integrität der Ukraine. Krieg und Besatzung bringen Leid für die Beschäftigten, für ihre Familien und Gemeinschaften. Dies geschieht heute in der Ukraine, wo Bomben fallen und Menschen Schutz suchen oder vor der Gewalt fliehen, darunter Hunderttausende, die nach Russland evakuiert wurden. Das Leid wird sich auch auf Arbeitnehmer*innen und Menschen in Russland und Europa auswirken, wenn die Folgen des Konflikts spürbar werden“, heißt es in einer Presserklärung.

PSI und EGÖD unterstützen die ukrainischen Gewerkschaften und den Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Russland auffordern, den Angriff sofort einzustellen und die russische Armee nach Russland zurückzubeordern: „Verhandlungen sind der einzige Weg, um dauerhafte Sicherheit, Demokratie, Achtung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte, Frieden und Wohlstand für die Menschen in der Ukraine, Russland und Europa zu erreichen. Wir sind sicher, dass Bomben, Kugeln und Kampfstiefel dies nicht tun.“

Montag, 21. Februar 2022

Kuckuck Nr. 163 - Unbequem - gefeuert!




Die neue Info "Kuckuck" Nr. 163 vom 21. Februar 2021 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:

 

- Globus-Baumarkt in Rüsselsheim kündigt Mitglied des Betriebsrates fristlos: Unbequem - gefeuert!

 

- Betriebsratswahl bei der H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG: Ungebetene Werber*innen

 

- Übergang des Real-Marktes in Dreieich zu Kaufland: Teilzeitfalle

 

- Allgemeinverfügungen für Sonntagsarbeit und 12-Stunden-Schichten: Weg damit, awwer horddisch!



PDF (Hier klicken!)

Dienstag, 1. Februar 2022

Pressemitteilung ver.di Landesbezirk Hessen - Länger und sonntags arbeiten wegen Omikron - ver.di kritisiert Allgemeinverfügung der Regierungspräsidien

presse.mitteilung
ver.di hessen
 
Länger und sonntags arbeiten wegen Omikron

ver.di kritisiert Allgemeinverfügung der

 Regierungspräsidien
 
Frankfurt, 1. Februar 2022.  Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die befristeten Änderungen der gesetzlichen Arbeitszeit für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur in Hessen scharf. Der hessische Landesbezirksleiter Jürgen Bothner: „Das ist eine Klatsche für die Beschäftigten aus Pflege und Handel und aus allen anderen betroffenen Branchen, die seit zwei Jahren den Laden bis an die Erschöpfungsgrenze am Laufen halten. Jetzt die zulässige Höchstarbeitszeit heraufzusetzen und Sonntagsarbeit zu erlauben, auch wenn es präventiv ist, ist eine unerträgliche Zumutung. Wir fordern die Landesregierung auf, die gesetzlichen Höchstarbeitszeitgrenzen und den gesetzlichen Sonntagsschutz unverzüglich wieder in Kraft zu setzen.“
 
Gesundheitsfachsekretär Georg Schulze ergänzt: „Nach fast zwei Jahren dauernder Belastung in der Pandemie jetzt eine Arbeitszeitverlängerung draufzusetzen, schlägt dem Fass den Boden aus. Längere tägliche Arbeitszeiten schaffen keine einzige dringend benötigte zusätzliche Pflegekraft, sondern im Gegenteil drohen in Kliniken und Pflegeheimen mehr Krankheitsausfälle durch die zusätzliche Belastung.“
 
Auch was den Handel angeht, sieht der zuständige Landesfachbereichsleiter Marcel Schäuble kein Indiz für eine Gefährdung der Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. „Es erschließt sich nicht, warum Regale in Supermärkten am Sonntag aufgefüllt werden müssten.“
 
ver.di prüft die Allgemeinverfügung derzeit sehr genau, so Landesbezirksleiter Bothner und werde gegebenenfalls weitere Schritte einleiten. Die betroffenen Betriebs- und Personalräte fordert ver.di auf, genau zu prüfen, ob eine angestrebte Verlängerung der täglichen Arbeitszeit überhaupt einen zwingenden Grund hat. Im Zweifel sollten sie im Sinne des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten ihre Zustimmung verweigern.

Amazon - Die Abmahnung gegen einen aktiven Kollegen bei Amazon Bad Hersfeld muss entfernt werden

 

Aktiver ver.di-Kollege erfolgreich vor Gericht

Amazon muss Abmahnung entfernen. Konzern kann Vorwürfe gegen Gewerkschafter nicht belegen

Streikposten bei Amazon in Bad Hersfeld
Andreas GanglStreikposten bei Amazon in Bad Hersfeld

1. Februar 2022. Streikende und aktive ver.di Kollegen müssen besonders aufpassen: Amazon Manager sind dafür bekannt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genau zu beobachten und jedes Verhalten, dass sie auch nur ansatzweise für eine Abmahnung ausreichend halten, zu melden, damit dies geahndet wird.  

Das passierte Anis Zitoun, der als Streikender und ver.di Vertrauensmann im Fokus steht und sich als Schwerbehindertenvertreter und Betriebsrat für Kolleginnen und Kollegen einsetzt. Anis ist seit 19 Jahren als Versandmitarbeiter bei Amazon Bad Hersfeld beschäftigt. In einem Pausengespräch erzählte Anis umstehenden Kollegen von seiner Impfung in einer Arztpraxis. Er hatte mit dem Arzt über seine tunesische Herkunft gesprochen und der Arzt sagte daraufhin, er komme aus Palästina. Da der Arzt keinen arabischen Vornamen hatte, erklärte dieser auf Nachfrage von Anis, er sei Jude. Eine Amazon-Managerin, die in der Nähe stand und telefonierte, will im weiteren Verlauf der Unterhaltung zwischen Anis und seinen Kollegen antisemitische Äußerungen gehört haben und meldete dies der Personalabteilung. Amazon hat auf diesen Vorwurf hin Anis Zitoun eine Abmahnung erteilt, mit dem Hinweis, dieser habe gegen den von Amazon vorgegeben Ehrenkodex (Code of Business Conduct and Ethics), verstoßen. Antisemitismus ist ein schwerwiegender Vorwurf und eine Abmahnung ist ein ernstzunehmender Hinweis auf eine Kündigungsabsicht des Arbeitgebers.

Amazon hat offenkundig versucht einen engagierten Kollegen zu diskreditieren. Es ist ein Skandal, dass der Konzern dafür zu solch ungeheuerlichen Vorwürfen greift.

Mechthild Middeke, ver.di

Anis wies die Vorwürfe entschieden zurück und wehrte sich gerichtlich gegen die Abmahnung: „An diesem Vorwurf stimmt überhaupt nichts, und ich verwahre mich gegen diese ungeheuerliche Unterstellung!“.

Am 14. Januar wurde der Fall vor dem Arbeitsgericht Fulda verhandelt. Welche Version des Gesprächsverlaufs der Wahrheit entspricht, vermochte das Gericht nicht abschließend klären, obwohl mehrere Zeugenaussagen vorlagen, wonach Anis keinerlei antisemitische Äußerungen getätigt hat. Im Urteil stellte das Gericht jedoch fest, es sei nicht ersichtlich „dass das interne Pausengespräch vom 30. Juni 2021 zwischen einigen Betriebsangehörigen tatsächlich das Potential für eine konkrete Störung des Betriebsfriedens gehabt hat.“  Es besteht daher der Anspruch auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte.

„Anis Zitoun ist ein langjährig aktiver ver.di Vertrauensmann, für den Solidarität ein grundlegendes Prinzip ist“, bestätigt Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Eine antisemitische Haltung passt nicht zu ihm und ist auch nicht aufgefallen. Amazon hat offenkundig versucht einen engagierten Kollegen zu diskreditieren. Es ist ein Skandal, dass der Konzern dafür zu solch ungeheuerlichen Vorwürfen greift. Gut, dass Anis die Stärke hatte, dagegen vorzugehen.“

Montag, 24. Januar 2022

Kuckuck Nr. 162 - Schwarze Liste

 


Die neue Info "Kuckuck" Nr. 162 vom 24. Januar 2022 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:

 

- Skandal bei Übernahme des Real-Marktes in Groß-Gerau durch Edeka/Marktkauf: Schwarze Liste

 

- Zehn Jahre nach der Insolvenz der Anton Schlecker E.K.: Was in Erinnerung bleiben sollte!

 

- Tarifliche Leistungen auch während Krankheit und Elternzeit: Nur wer den Tarifvertrag kennt ...

 

- Kündigung von Primark gegen Betriebsratsvorsitzenden in Hannover "vom Tisch": Notwendige gerichtliche Niederlage

 

- Parfümerie Douglas Deutschland GmbH: Gewonnenes Spiel mit der Angst?

 

- Aufgepasst! 1. März bis 31. Mai 2022: #BRWAHL


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Donnerstag, 20. Januar 2022

Amazon - Änderung der Schichtpläne sorgen in Bad Hersfeld für großen Unmit

 


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Keine Experimente mit unseren Arbeitszeiten!

Der Unmut ist groß

Schichtpläne werden geändert. Die Dauerspätschicht soll abgeschafft werden. Längere Erholungszeiten an Wochenenden werden gekappt. Anträge auf Teilzeitarbeit und auf andere Schichtmodelle werden abgelehnt. Nachtschichten werden verstärkt und zeitlich verschoben. Ob dies überhaupt den gewünschten Effekt bringt ist unklar. An anderen Standorten wird bei der Nachtschicht bereits zurück gerudert.

Arbeitszeiten bestimmen den Lebensrhythmus

Man hat sich auf ein bestimmtes Schichtmodell eingestellt. Man hat Fahrgemeinschaften gefunden, Familienleben und Freizeitbeschäftigung darauf ausgerichtet, der Biorhythmus funktioniert halbwegs. Schlafrhythmus, Gesundheit und Wohlbefinden hängen eng zusammen. Es braucht eine gute Balance zwischen Arbeitszeit und freier Zeit. Es braucht ausreichende Erholungszeiten an Wochenenden. Nur Wochenenden bieten die Möglichkeiten der gemeinsamen Freizeitgestaltung mit Freunden und Familie.

Arbeitszeiten nach Gutsherrenart

Hatte Amazon früher damit geworben für jeden Mitarbeiter das passende Schichtmodell zu finden, so sind jetzt Lieferversprechen und Cut-Offs das Maß aller Dinge. Zwar hat der Betriebsrat ein gesetzliches Mitbestimmungs-recht, aber selbst ein Einigungsstellenergebnis wird nicht entsprechend umgesetzt.

Dabei hatte Jeff Bezos noch erklärt, Amazon wolle „der beste Arbeitgeber der Welt werden“.

So wird das Nichts!

Keine Experimente mit unseren Arbeitszeiten!

®  Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse über gute Arbeits- und Schichtzeiten müssen berücksichtigt werden.

®  Beschäftigte müssen rechtzeitig einbezogen und gehört werden. Es muss auf individuelle Belange und familiäre Verhältnisse Rücksicht genommen werden!

®  Der Betriebsrat ist umfassend zu beteiligen und getroffene Vereinbarungen sind umzusetzen! 

Wir machen gemeinsam Druck für gute Arbeitszeiten und gesunde Arbeit!

Mechthild Middeke

Gewerkschaftssekretärin