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presse.mitteilung
ver.di hessen
1.
Tarifverhandlung für den hessischen Einzel- und Versandhandel ohne Ergebnis
vertagt
Realitätsfernes Angebot
Frankfurt, 24. April 2023. „Die Arbeitgeber wissen offenbar immer noch nicht, was soziale Fürsorgepflicht in der Wirklichkeit bedeutet. Kaum anders ist zu verstehen, dass sie bei der heutigen ersten Tarifverhandlung ein Angebot vorlegten, das für die Beschäftigten bereits einen gewaltigen Reallohnverlust bedeuten würde“, erklärt Marcel Schäuble, Fachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den Einzel- und Versandhandel: „Mit 3 Prozent fürs erste und 2 Prozent für ein zweites Jahr wäre nicht einmal die aktuelle und zu erwartende Inflationsrate auch nur größtenteils ausgeglichen. Wer verantwortlich handeln will, muss wesentlich dazu beitragen, dass die Beschäftigten ihre prekäre Situation deutlich verbessern können. Teilzeitbeschäftigte – rund 80 Prozent des Verkaufspersonals – gehen mit 1.300 Euro netto nach Hause. Wie sollen damit die rasant und dauerhaft steigenden Preise für die Lebenshaltung aufgefangen werden? Heute lieferten die Arbeitgeber keine nachvollziehbare, geschweige denn eine akzeptable Antwort auf diese drängende und die Beschäftigten tagtäglich bewegende Frage. Deshalb gingen wir rasch wieder auseinander.“
ver.di
fordert für die etwa 235.000 Beschäftigten der Branche:
·
eine
Erhöhung der Gehälter und Löhne um 2,50 Euro je Stunde, weil dadurch alle ein
spürbares Plus erhalten sollen und zudem die unteren Lohngruppen
verhältnismäßig stärker angehoben würden als die oberen;
·
eine
Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 250 Euro je Ausbildungsjahr, da
Fachpersonal nicht vom „Himmel“ fällt, sondern unter attraktiveren Bedingungen
in der Branche selbst ausgebildet werden soll;
· die Allgemeinverbindlicherklärung der Branchentarifverträge, damit die „Sparschweine“ bei den Personalkosten ihren schmutzigen Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigten beenden müssen.
Morgen,
am 25. April, werden etwa 200 Betriebsräte aus Hessen auf einer
Aktionskonferenz des Handels im Frankfurter Gewerkschaftshaus,
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, das weitere Vorgehen zur Durchsetzung einer
spürbaren Lohnerhöhung besprechen. Die 2. Tarifverhandlung für den hessischen
Einzel- und Versandhandel wird am 24. Mai 2023 stattfinden.
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Einstieg in die Tarifverhandlungen für den Einzel- und Versandhandel in Hessen
2,50 Euro mehr je Stunde gefordert
Frankfurt, 19. April 2023. „Wenn Billigangebote für Lohnerhöhungen jemals ‚zeitgemäß‘ gewesen sein sollten, so auf keinen Fall heute bei einer anhaltend und seit Jahrzehnten höchsten Inflationsrate. In Baden-Württemberg verfielen die Einzel- und Versandhändler in ihren altgewohnten Trott, mit gezielter Realitätsferne und branchenüblicher Knauserigkeit in die diesjährige Tarifrunde einzusteigen“, erklärt Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Einzel- und Versandhandel: „Ihr dortiger Vorschlag von 3 Prozent im ersten und 2 Prozent im zweiten Jahr ist weit weg von den nachweisbaren Bedürfnissen der Beschäftigten und den Notwendigkeiten ihrer aktuellen wirtschaftlich prekären Situation. Sollten die Arbeitgeber:innen bei uns am kommenden Montag nur auf Hessisch wiederholen, was wir längst auf Baden-Württembergisch kennenlernten, dann sind die ersten Verhandlungen rasch beendet. Dann werden betriebliche Aktionen und Streiks die Tarifrunde sehr schnell mitbestimmen und dauerhaft begleiten. Wer das vermeiden möchte, sollte als Arbeitgeber:innen ein zeitgemäßes Angebot vorlegen.“
ver.di fordert
für die etwa 235.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzel- und
Versandhandel in Hessen:
- Erhöhung der Stundensätze
um einheitlich 2,50 Euro, um mit einer deutlichen sozialen Komponente die
Beschäftigten in unteren Gehaltsgruppen verhältnismäßig besser abzusichern;
- Anhebung der
Ausbildungsvergütungen um einheitlich 250 Euro in jedem Ausbildungsjahr;
-
12 Monate Laufzeit des Tarifvertrages;
- Allgemeinverbindlicherklärung der Branchentarifverträge durch einen gemeinsamen Antrag des Handelsverbandes Hessen und ver.di.
Die ersten
Tarifverhandlungen finden statt am 24. April 2023, ab 11 Uhr im NH-Hotel
Frankfurt Airport West, Kelsterbacher Straße 19, 65479 Raunheim.
Das neue Info „Kuckuck“ Nr. 176 vom 20. März 2023 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
- Flächendeckender Personalabbau bei der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH: Wegweiser zu real,-?
- H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG: Erzwungene Schlichtung statt freier Verhandlung
- Bevorstehende Tarifrunden im hessischen Handel: Festbeträge gegen Bedürftigkeit und für Solidarität
- Segmüller GmbH & Co. KG in Weiterstadt: Betriebsrat gewählt
- Parfümerie Douglas Deutschland GmbH: Personalkarussell
presse.mitteilung ver.di hessen
Tarifforderungen für den Handel beschlossen
Soziale Komponente muss sein!
Frankfurt, 16. März 2023 – „Die unablässig hohe Preissteigerung ist ein kaum verkraftbares Übel, das die Beschäftigten im Handel nicht nur zu äußerster Sparsamkeit, sondern auch zum Verzicht auf sonst Übliches zwingt“, erklärt Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Leiter der Tarifverhandlungen für den hessischen Einzel- und Versandhandel sowie den Groß- und Außenhandel/Verlage: „Viele müssen teils mit geringen Gehältern und Löhnen für eine Teilzeitbeschäftigung auskommen. Doch selbst regulär Bezahlte in Vollzeit werden die Überbelastung durch finanzielle Engpässe für die gesamte Familie nicht mehr los. Jetzt dürfen sich die Arbeitgeber einer dauerhaften kräftigen Anhebung der Verdienste nicht mehr verstellen.“
Vor diesem Hintergrund beschlossen die ver.di-Tarifkommissionen der beiden Branchen für die anlaufende Tarifrunde in Hessen die folgenden Forderungen für eine Laufzeit von zwölf Monaten:
-
für den Einzel- und Versandhandel
eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 2,50 Euro je Stunde;
- für den Groß- und Außenhandel/Verlage eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 13 Prozent, mindestens 400 Euro;
Darüber hinaus sollen die Ausbildungsvergütungen gleichermaßen um 250 Euro je Ausbildungsjahr angehoben und die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden.
„Mit den
geforderten Entgelterhöhungen betonen wir unmissverständlich, dass eine
soziale Komponente sein muss“, so Marcel Schäuble weiter: „Denn die Beschäftigten
in den unteren Gehalts- und Lohngruppen sind die durch die Preissteigerung am
ärgsten Gebeutelten. Ihre Einkommen müssen nicht bloß kräftig, sondern
verhältnismäßig stärker steigen als die der oberen Entgeltgruppen. Wir sehen
die in der Corona-Pandemie und auch während der Inflationskrise gut bis bestens
profitierenden Unternehmer in der Pflicht, sich nicht vor ihrer sozialen
Verantwortung zu drücken.“
Das neue Info „Kuckuck“ Nr. 175 vom 20. Februar 2023 für Betriebsräte und Beschäftigte im Fachbereich Handel der ver.di Bezirk Südhessen hat folgende Themen:
- ver.di fordert tarifliche Bezahlung bei der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH: Renés Resterampe
- H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG: Betriebsräte unter Druck
- Segmüller GmbH & Co. KG in Weiterstadt: Betriebsratswahl kommt jetzt in Fahrt
- Unrühmliches Ende der Primark-Filiale in Weiterstadt: Abfindungen falsch berechnet
- CAP-Markt der AWO in Pfungstadt: Sozialplan vereinbart
- Ohne Streik keine Kraft: Auftakt der Tarifrunden im Handel (Veranstaltungshinweis)
-
Sonntagsöffnung in Lampertheim muss
abgesagt werden: Mehr Freizeit